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Immer mehr Internet Nutzer besuchen unsere
Trassen Homepage. Vor allem aus den alten Bundesländern gibt es Anfragen, was dass denn sei, die Trasse. Auch gibt es immer noch Anfragen aus der Ex DDR ob denn das stimmt mit dem D-Mark Konto und Genex. Sicher ist das ein Thema, worüber man eigentlich eine Extra Homepage gestalten könnte. Kurz und
gut, wir werden versuchen den
DDR Pipeline Bau in der
ehemaligen Sowjetunion kurz zu
erläutern unter dem Motto:
Warum, Wann, Wo, Wer und Wie!
Viel Spaß dabei.
(recherchiert von Michael
Samel) |
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Auf einer Tagung des Rates für Gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW- Wirtschaftspakt der sozialistischen Länder) 1974 in Sofia fing alles an. Man beschloss den Bau einer 2750 Kilometer langen Erdgasleitung von Orenburg im Südural bis Ushgorod
an der Westgrenze der UdSSR.
Die riesigen Erdgasvorkommen
der Sowjetunion sollten
erschlossen und mittels
Pipelines Richtung Westen
transportiert werden, zur
weiteren Nutzung und
Veredelung. Mit dabei die
UdSSR, Bulgarien, Ungarn, die
CSSR und Polen. Der Anteil der
DDR war der Bau von etwa 550 Kilometer
Pipeline, beginnend am Dnepr und bei Bar in der Westukraine endend. Der DDR, als rohstoffarmes Land, wurde von der SU ein Angebot gemacht. „Ihr wollt Gas-
holt es Euch und bezahlt das Gas mit Eurer Arbeit ". Im Oktober 1974 wurde dem
Jugendverband der DDR, der FDJ, dieser Bauabschnitt als Jugendobjekt übergeben. Das hatte in der DDR durchaus Tradition, wichtige Bau Objekte wurden oft dem DDR Jugendverband übertragen. (Talsperrenbau bei Sosa, Maxhütte, EKO, KKW Lubmin u.a.) Aber das war jetzt etwas anderes. Es ging ins Ausland. Zwar nur Richtung Osten, aber immerhin. Natürlich brauchte man auch einen Namen für dieses Projekt: „Drushba Trasse" (Drushba =Freundschaft) Das „Trassenfieber" ging in der DDR um. Die Telefone bei der FDJ in Ost- Berlin liefen heiß. Tausende meldeten sich. Neben Rohrlegerfahrern, Tiefbauer, und LKW Maschinisten wollten auch Kaltmamsells, Straßenbahnfahrer, ja sogar Apotheker und Kunstschmiede an die Trasse. Natürlich lockte das Geld, aber auch das Abenteuer. Mitte der 70er Jahre fing das
"Phänomen" Trasse an, welches bis heute anhält.
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Natürlich gab es Vergünstigungen für die Trassenkumpel. Es gab
so genannte Autokarten. Nach 3 Jahren Trasse gab es diese Karte. Diese Karte berechtigte den Besitzer zum Kauf eines Ost PKW nach einer Wartezeit von ca. 2-3 Jahren. Regional unterschiedlich. Jeder Trassenkumpel bekam auch monatlich einen bestimmten Genex Betrag auf ein Konto gutgeschrieben. Das waren so um die 270,- Mark. Aus einem bestimmten Katalog konnte man dann bestellen. Die Waren bestanden zu 90 % aus DDR Artikeln. Alle Vergünstigungen mussten hart erarbeitet werden. |
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Was erwartete nun die deutschen Monteure nun wirklich in Der UdSSR. Keiner konnte es so genau sagen. Umfangreiche Schulungen mussten absolviert werden. Fachlich und politisch. Man fuhr ja nicht irgendwohin zum arbeiten, sondern in die Sowjetunion, wo einige nicht sehr gute Exemplare der Deutschen vor einiger Zeit ganz schön gewütet hatten. Alte, durchschossene Wehrmachtsstahlhelme, wahrscheinlich von den Einheimischen zur Erinnerung aufgestellt, sollen dann ab und an mal vor einigen DDR Wohnlagern aufgetaucht sein. Viele ehemalige Drushba Trassniks sprachen aber von einem guten Verhältnis zur ukrainischen Bevölkerung.
Auch an den anderen Trassenabschnitten
gab es ein durchaus
freundliches Miteinander
zwischen Russen und Deutschen.
Die Bezahlung der DDR Monteure
war sehr gut. Oft das 3-4
Fache von einem DDR
Facharbeiterlohn. PKW und
andere Konsumgüter gab es schneller. Es war der gerechte Lohn für eine harte Arbeit. DM Barauszahlungen hat es unseres Wissens nicht gegeben. Nach 12 Wochen Arbeit, zum Teil 7 Tage Arbeitswochen mit 12 Stunden täglich - oft noch mehr-, erfolgte ein 4 wöchiger Heimaturlaub. Manche blieben auch länger an der Trasse, besonders Paare. Verträge gab es über 2 oder 3 Jahre. Manche blieben länger, viele kürzer. Die Unterkünfte bestanden aus Bauwagen und Wohnbaracken. An den Wohnungsbaustandorten konnte man auch das Glück haben, in einer Neubauwohnung zu wohnen die von den Deutschen hochgezogen und später an die Pipeline Betreiber übergeben wurde. DDR Wohnkomfort in
der Sowjetunion, dass war nicht schlecht.
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