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Zu den Tour Bildern TRASSENTOUR 2002 Vom 15.06. bis zum 26.06. 2002 waren
ehemalige Trassenkumpel und Interessierte in der Region Perm in Russland an den
ehemaligen Trassenstandorten des Zentralen Jugendobjektes "Erdgastrasse" zu
Besuch. Angehörige verschiedener Gewerke und Firmen erlebten noch einmal das
ganz besondere Trassenflair. Organisiert von Olaf Münchow, ehemaliger "Kulturnik"
am ZJO, wurde dieses Reise eine weiterer neuer "Baustein" zum
Gesamtprojekt "Abenteuer Trasse". Dem Bauwerk des Jahrhunderts. 15.06.02
Anreise in Berlin am Flughafen Schönefeld. 23:00 Uhr sind alle vor Ort .Es ist
sofort festzustellen, dass alle sehr nervös und aufgeregt sind. Als Organisator
und Perfektionist bin ich wahrscheinlich am aufgeregtesten. Wird auch alles
klappen wie ich mir das gedacht und organisiert habe oder wird die Reise ein
Reinfall? Ich kann es vorweg nehmen. Alle Mühe, stundenlange Telefonate mit
meinen Mitreisenden, emsiger Fax und E-Mail Verkehr mit Moskau und Perm sowie
Rennerei wegen Pass und Visaunterlagen sowie Flugtickets haben sich gelohnt. Mit
Flug SU 116 geht es pünktlich 1:00 Uhr nach Moskau. Aeroflot kann ich
bescheinigen einen Top Service zu haben. Mit der Boing 737-400 kommen wir sicher
an. Danach Fahrt mit dem Bus, welcher uns 8 Stunden zur Verfügung steht, ins
Stadtzentrum. In Perm haben wir das Gefühl, dass Demokratie und Freiheit mit Alkohol verbunden sind. Nach 22 h Zugfahrt kommen wir in Perm an. Am Bahnhof steht wie vereinbart der Bus der uns zu unserer Unterkunft , einem Arbeiterwohnheim, bringt. Nach der Anmeldung ist Zimmerbesichtigung angesagt. Meine größte Sorge im Vorfeld war, wie sind die Zimmer? Aber auch hier haben wir Glück. Die Luxuszimmer sind für russische Verhältnisse top. Bad und Toilette, Wohnraum mit Couchgarnitur, Fernseher und Kühlschrank sowie der Schlafraum mit 3 Betten. Für 700 Rubel = 21 € pro Tag und Zimmer, haben wir eine Unterkunft um die uns andere beneiden. Am späten Nachmittag ziehen wir los. Auf in die City von Perm. Man staunt nicht schlecht was sich alles getan hat. Überall Werbung für alle Sachen dieser Welt. Neue Geschäfte, Restaurants, Cafes, Autohäuser, Neubauten und die teuersten Autos auf den Straßen. Arm und reich sind dicht bei einander. Hier die neuste S-Klasse von Benz, 7-er BMW, und andere Luxuswagen und dort die Straßenkinder bettelnd mit Schnüffeltüten unter der Nase. Prostituierte werden von verdunkelten Autos durch ihre Zuhälter beobachtet und wir stolpern staunend mitten durch. Wo freie Plätze sind kann man in gemütlichen Bars sitzen und bei Musik und gutem Essen und Trinken das Leben genießen. Am nächsten Tag beginnt unsere eigentliche Trassentour. Nachdem wir uns bei der Miliz angemeldet haben geht es mit dem Bus nach Polasna. Tolle Brücke über die Kama. 15 Minuten braucht man bis Polasna. Eine Baracke von der DL finden wir noch. Küchentrakt und das ehemalige FZ sind eingezäunt. Am Tag danach Fahrt nach Otschor, Tschakowskaja und Bragino. Otschor steht und atmet noch. 3 Baracken werden noch genutzt. Der Rest ist zerfallen, da seiner Seelen beraubt. Alles ausgeschlachtet. Küche und angrenzende IL-Halle werden als Stolowaja genutzt. Die Kinohalle ist hochgestuhlt. Gardinen, Tische und Stühle sind da. Es sieht aus als wenn jeden Moment DL zum sauber machen komm S ie kommen halt bloß schon Jahre nicht mehr. Weiter hinten stehen IH und BEH Hallen noch, auch die Heizung ist in Betrieb. Auf dem Rinok wird genau wie in Perm gerade das russische Ich verkauft. Wir kennen das auch aus Nachwendezeiten. Es gibt alles nur nicht das was es früher gab. Vergeblich suchen wir Knoblauchgurken und andere Dinge die man früher gerne kaufte. Es sieht aus wie auf dem Wochenmarkt am Ufer der Elbe in Magdeburg. Klamotten, Schuhe, CDs, Kassetten und andere Dinge. Wenige Russen kaufen etwas. Das erste mal denkt man darüber nach wie schön es früher auf dem Rinok war. Zum Glück gibt es auch hier kaltes Bier zu kaufen. Die Weiterfahrt nach Bragino ist gesichert. Tschaikowskaja finde wir auch. Minol wird gesucht, wir sind uns nicht ganz sicher waren die da oder dort. 2 Baracken werden als Wohnunterkünfte genutzt. Stehen mächtig schief. Beide VH-Hallen stehen noch. In der einen ist es wie in Otschor. DL kommt gleich. Selbst Kultur - Ulli's Discopult steht noch. Daneben ist eine Bäckerei untergebracht. Man waren die geschockt als wir mit Videokamera und Photoapparat bewaffnet dort rein schossen ohne Rücksicht auf Hygiene zu nehmen, eben deutsch halt. Küche wartet darauf das wir wieder kommen. Alles komplett noch da. Brot kaufen und ab nach Bragino meinem Lieblingsstandort. Am Ortseingangschild breche ich fast vor Anspannung zusammen. Was erwartet mich? Das nicht mehr viel da ist weiß ich aber als wir ankommen haut es den coolen Kulturnik total aus den Angeln.Ich brauche lange um das gesehene zu verarbeiten. Vom Woksal Bragino ist nur ein Trümmerhaufen übrig. Ich schäme mich meiner Tränen nicht als ich auf der Mauer stehe, hinter der mal mein Kinoraum war. Ne halbe Stunde benötige ich um mich in den Griff zu bekommen. An dieser Stelle wird mir wieder mal bewusst wie sehr man noch an der Trassehängt. Vielleicht ein Leben lang. Auf der Rückfahrt fällt allen auf , dass ich äußerst geknickt bin. Nach dem Schaschlik kurz vor Perm geht es langsam wieder. Schaschlik gibt es überall an der Straße. Dafür sieht man keine Hunde mehr. Wer jetzt was falsches denkt irrt. Alles sah nach Schwein aus und schmeckte auch so. Den besten gab es am Flusshafen Perm 1.Hier steppt abends der Bär. Da geht mächtig was ab. Disco in einem riesigen Prahm auf dem Wasser am Boulevard tobt Musik und das Volk. Allerdings ist hier Vorsicht geboten. Es gibt eine Menge Kriminelle in diesem Umfeld .In den all den Tagen haben wir allerdings nie das Gefühl gehabt, dass uns etwas hätte passieren können. Man begegnet uns überall freundlich und aufgeschlossen. Auf Grund der Ereignisse in New York und der damit verbundenen Allianz gegen den Terrorismus ist man vorsichtig und so wird unser Hotels rund um die Uhr von einem Sicherheitsdienst bewacht. Goldirewskij. Wie in Bragino. Die VO steht noch als Ruine. Der Vorführraum ( Kino ) steht noch. Was fest gemauert war hat überlebt. Das Birkenwäldchen wächst und gedeiht. Weit und breit ist nichts mehr zu sehen von früher. Wo einst das Wohnlager war ist eine Kolchose oder so etwas ähnliches. Auf alle Fälle haben die aus Rohren Schneepflüge, Planierteile für Wege und dergleichen gebastelt. Russischer Erfindergeist!! Aber Minol das haben sie gelassen. Die Tankcontainer wurden umgespritzt mit den Farben von LUKOIL aber die Technik und alles andere drum rum ist DDR-deutsch. Nenastje! Der Standort wo fast alles noch so steht wie wir es übergeben haben. Wir waren angenehm überrascht. Aus unseren Baracken hat man eine Art Einfamilienhäuser gemacht. Andere Barackenteile wurdenübereinander gesetzt. Alle Hallen stehen noch und werden durch Firmen genutzt. Fensterbau, Containerbau und der gleichen. Heizhaus und Küche sind voll in Funktion. Richtung RT und SB stehen neue Hallen die von einer Pipelinefirma genutzt werden. Auf diesem Areal werden Komatsu Rohrleger D 155 C, D 355 C, Fiatalis sowie Bagger gewartet und repariert. Alles Technik vom ZJO- EGT wie unschwer an Hand der Embleme zu erkennen ist. Von Goldi nach Nena-WL führt jetzt eine asphaltierte Straße. Unser Bus fuhr immer flotte 110 Sachen. Nowy-Kungur. Die Baubase steht noch. Nicht alles aber vieles. Genutzt wird ein Teil des Areals durch die Fa. FAB- Fernleitungs- und Anlagenbau Leipzig- Engelsdorf. Von dort aus werden Aufträge koordiniert die in Russland ausgeführt werden müssen. Incl. Technikbereitstellung, Versand und Ausführung der Arbeiten. Berjosowka. Freizeitzentrum, VH und IL-Halle sind weg. Von der Gaststätte steht noch die Ruine. Die WUD wo FDJ, BGL und der von mir "heiß" geliebte Dieter Ostertag zu finden waren ist weg. Auch die gegenüber die als Wohnunterkunft diente existiert nicht mehr. Um die Kanalisation zu nutzen, hat man dort Villen hin gebaut. Vom feinsten. Marmortreppen und vergoldete Nummerschilder zeugten auch hier davon , dass es Russen gibt die über genug Rubel verfügen. Küchentrakt steht komplett auch die WUD wo die Bereichsleitung HAN-Versorgung drin war. Einige Hallen ( KIH, BEH ) stehen noch. Am Ortseingang mussten wir abrupt stoppen. Unsere Minolis mussten sofort aus dem Bus. Die Tankstelle stand da wie früher. Alles vorhanden. Vom Öffnungszeitenschild über die Tanksäulen bis hin zum Lager war alles da. Kartons mit Orgienalteilen ( Filter für die Tanksäulen ) wurden geöffnet und Filter als Souvenirs mit genommen. Im übrigen wurde die Tankstelle bewacht. Vielleicht hofft man darauf, dass wir eines Tages wieder kommen. In Kungur selber ist alles beim alten. Knast, Innenstadt, Bahnhof und vieles mehr hat sich nicht verändert. Am T34 werden nach wie vor von den frisch getrauten Ehepaaren die Brautsträuße niedergelegt. Auch Lenin wird überall gepflegt. Nachdem man ihn ja eine Zeitlang aus dem Mausoleum in Moskau entfernt hatte, ist er jetzt wieder zu besichtigen. Die Ehrenwache fehlt allerdings. Nach wie vor ist sie mit ihrem Stechschritt bei der Wachablösung vor der ewigen Flamme am Mahnmal des unbekannten Soldaten zu bewundern. Jetzt aber nach Tschai. Tschaikowski eben.. 7 Stunden Fahrt mit dem Tragflächenboot "Wostok" 380 km von Perm bis Tschai. Ein Erlebnis die Kama per Schiff zu bereisen. Unterbringung im Hotel "Wolna". Zimmer topp wie auch der Service im Restaurant. Man war sichtlich begeistert endlich mal wieder Deutsche zu sehen. Die Anmeldung dauerte zwar fast 2 Stunden für 14 Leute, dafür war man i m Restaurant sichtlich bemüht uns nicht lange warten zu lassen. Die Tischreservierung für die Sonnabendliche Disco war Pflicht. Aber erst Sosnowo. Auch hier das gleiche Bild wie in Bragino. Nur noch Reste der Küche waren zu sehen. Die WUD's hatte man kommplett abgebaut und die Fläche kurz vorher rekultiviert. Mehr konnten wir nicht besichtigen, da die Zeit knapp wurde. Ca. 80 hübsche Frauen warteten auf uns. Die Auswahl war groß bei ca. 15 anwesenden Männern. Ebenso die Tatsache, dass ehemalige Trassenerbauer da waren. Man kommunizierte ausgiebig miteinander. Der Morgen klang für mich und 2 weitere Trassniks um 5:00 Uhr am Hafen aus. Am Nachmittag ging es zurück nach Perm. Nächster Tag frei.
Auf in die Stadt dachten sich alle und Die Zugfahrt
von Perm nach Moskau mit dem Zug Nr. 17 verlief ohne Komplikationen. Allerdings
sahen wir uns gezwungen kurzzeitig den Waggon und das Restaurant zu einer
Feiermeile umzufunktionieren als wir vom Finaleinzug unserer Fußballer erfuhren.
Mit dem obligatorischen Besuch des Restaurants im Obergeschoß des Flughafens
Scheremetjewo 2 endete unser Aufenthalt in der Hauptstadt der Russischen
Förderation. Pünktlicher Abflug von SU 113 am 26.06.02 um 16:05 Uhr in Moskau. Jeder war froh wieder zu Hause zu
sein. Für jeden begann ab hier die Aufarbeitung des gesehenen und erlebten. Für
mich persönlich war diese Reise etwas unvergessliches. Tage habe ich gebraucht,
um das Gefühl auf Urlaub in Deutschland zu sein, los zu werden. Nach fast 4
Wochen ist diese Gefühl auf Grund des Alltages der mich wieder hat verflogen
aber ich weiß, dass ich gern mal wieder auf "Urlaub" kommen möchte. Achtung: An alle Interessierten aller Gewerke, sowie Presse, TV... : Die nächste Trassentour findet im Juni/ Juli 2003 statt. Jetzt schon anmelden. Sichert Euch das einmalige Erlebnis. Teilnehmerzahl begrenzt! E-Mail an die HP Redaktion!!! |